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Meine East Coast Reise

25. Juli 2017

Meine East Coast Reise

Einmal USA und nicht zurück, bitte

Linz – London – Toronto – Chicago – St. Louis – Nashville – Atlanta – New Orleans – Atlanta – Savannah – Augusta – Atlanta – Washington – Philadelphia – New York City – London – Vienna – Home

Aus einer einfachen Reise nach New York City wurde der anstrengendste Urlaub aller Zeiten. Nicht falsch verstehen, ich würde es jederzeit wieder genauso machen. Zuerst addierten wir Toronto und Chicago. Schnell waren wir bei 10 Destinationen insgesamt angekommen. Wir haben 6.206 Kilometer zurückgelegt, Europa und die Übersee Flüge nicht mitgerechnet.

Begonnen hat das Abenteuer in London. Von dort ging ein Flug nach Toronto für 200 Euro. Ein bisschen Camden Market und Umgebung zum Einstieg.

Toronto

Ja jetzt ist die Welt in Ordnung! Nicht ganz, natürlich musste ich im Urlaub krank werden, aber scheiß drauf. Der kanadische Akzent war uns neu und wir standen da, wie die ersten Menschen, als man uns an der Kassa fragte, ob wir eine Tasche brauchen.
Weed ist legalisiert, das merkt man an jeder Ecke, aber bitte Vorsicht, lassen sie sich nicht mit einer ordinären Zigarette erwischen, da ernten sie böse Blicke! 20 Dollar für einen Spritzer, hat man auch locker in der Tasche, als Low-Budget Reisender. Aber schön wars, endlich wieder Großstadtleben, vegan essen zu welcher Uhrzeit auch immer. Ein Abstecher zu den Niagara Fällen, darf natürlich auch nicht fehlen.

Chicago

Jawoi! Back to America. Plötzlich verstehe ich wieder was die Menschen rund um mich reden. Die Gebäude sind noch viel gigantischer als in Toronto, ja auch in NYC, wenn ich mir das nicht einbilde. Herumlaufen wie bescheuert, Kaffee trinken und saugeiles Essen. Die U-bahn Strecke im Loop ist ein bisschen verwirrend, aber wen kümmert’s.
Amerikanische Sim Karte aktiviert, wir haben jetzt wieder Internet wann und wo immer wir wollen. Uns entgeht keine Tinder und Okcupid Nachticht mehr, yay. Der Höhepunkt unserer Fotografie: „Mann sehen wir und die Stadt, gut aus“!

Saint Louis

Jetzt erst verstehe ich das Wort „sketchy“. „The arch“ ja deswegen sind wir hier, ist nicht so beeindruckend, wie wir uns das vorgestellt haben. Außerdem regnet es jetzt und alle Leute sind bei DEM Spiel, Baseball oder sowas. Nutzen wir die Öde mal zum Wäsche waschen und zur physischen Erleichterung. Ups, da ist die Klospülung defekt. Das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht ohne Youtube Video wieder hinbekommen.

Nashville

Honkey Donkey, Party Party – nein bitte nicht. Wir sind scheinbar die einzigen, die keinen Junggesellenabschied feiern. Kleidungstechnisch passen wir hier auch nicht hin. Bitte was!? Man kann im Gastgarten rauchen?
In East, gibts ein super nettes Kaffe und die besten veganen Tacos ever. Die WC Räume von dem Hotel, in das wir uns reingeschlichen haben, sind auch mega. Kein Wunder, dass hier schon Musikvideos gedreht wurden. Aber eigentlich ist uns schon richtig fad und wir verstehen den Flow der Stadt nicht.

Atlanta

Nach einer schlaflosen Nacht im Bus, wissen wir nicht so recht was wir am Vormittag hier machen sollen. Der Busbahnhof ist so ziemlich das assigste was ich bisher je gesehen habe, gewisse Gegenden in Wien ausgeschlossen. Aber schön ist es hier und da gibts ein Riesenrad. Der Mann, bei dem wir unsere Koffer einsperrten, ist total lieb. Erzählt uns noch, dass in der Straße gestern der neue Fast & Furious gedreht wurde. Damn Vin Diesel, das haben wir schlecht koordiniert.

New Orleans

Boah Leute man kann hier Alkohol auf der Straße trinken, in Bechern. Richtig so wie in Filmen. Es ist heiß. Der südlichste Punkt an dem ich je war. Alle sind so nett und freundlich, grüßen dich auf der Straße. Lange fantastische Nacht auf der Bourbon Street und co. Zwischen 06.55 und 07.00 wird es schlagartig hell, Zeit für ein Uber und fürs Bett. Alles scheint wie aus einer anderen Welt, wir sind begeistert. Wollen gar nicht mehr weg.

mehr zu New Orleans hier

Savannah

Der Park, der Brunnen, Forrest Gump halt. Und eine Geisterhaus Tour im Leichenwagen muss her. Blöd nur, dass morgen der Hurricane kommt und hier irgendwie Katastrophen-Stimmung herrscht. Das Wetter ist auch äußerst seltsam und nichts sieht mehr wirklich schön aus.
Morgens um 09.00 alarmieren uns unsere iPhones mit einem gräßlichen Ton. Wir sollten hier weg, oder doch nicht? Bis wir uns entscheiden, gibt es keinen Flug mehr, jener für den nächsten Morgen ist gestrichen. Kein Bus, kein Zug, kein Führerschein dabei um ein Auto zu mieten. Lassen wir uns halt mit Schulbussen und der ärmeren Bevölkerung evakuieren. Hab ich mich je so unwohl gefühlt, mit schreienden und weinenden Menschen in einem Bus, 6 Stunden lang, umringt von Polizeiautos? Mit hunderten von Frauen im Walmart auf der Toilette. Ernsthaft, welche Krankheiten kann man sich auf einem WC einfangen, auch wenn man nirgends ankommt!?!?

Augusta

2 Nächte auf einer Pritsche in einer High-School. Nein danke sicher nicht. In einer Stunde geht der letzte Bus nach Atlanta. Auf gehts.

Atlanta

Uber für 2,45 $ zum Flughafen, das ist ja sensationell. Noch schnell 2 Tickets nach Philadelphia buchen. Sorry Washington, dieses mal sehen wir uns nicht.

Philadephia

Zivilisation, eine richtige Stadt. Gönnen wir uns ein 4 Sterne Hotel zur Abwechslung! Unser Airbnb ist erst in ein paar Tagen bereit. Das beste und schönste King Size Bett ist ein Traum. Doch wir wollen was billigeres für die nächsten Nächte. Unsere Hotelbuchung ist nicht angekommen? Fuck you! Rennen wir halt ein paar Stunden im Regen herum, und hören uns die Warteschleifen Musik an, bis wir endlich eine neue Unterkunft kriegen. Da landen wir wieder im selben Hotel wie die erste Nacht. Passt auch! Die Rocky Stiegen hochlaufen, Al Capone’s Zelle besichtigen, zum Friseur gehen, Mani- und Pediküre und jeden Tag den besten veganen Fastfood Laden aufsuchen. Die Portionen bei den anderen, scheinbar schickeren Lokalen, machen nicht satt. Ein bisschen entspannen und rumbummeln.

New York City

God damn, I love you! In der Airbnb-Bude in Greenpoint, ist alles tip top, der kleine kläffende Mops missbraucht die Zahnbürste von Vince. Die Leute, das Essen, das Flair, endlich ist mein Herz wieder zuhause. Den Central Park durchschlendern, Pizza und Drinks im Greenwhich Village, Downtown durch die Straßen laufen und einfach das Sein feiern.
Verliebt in Smorgasburg, Juniper und die Thriftshops in Williamsburg. Bitte bitte lass es nie enden. Aber eine Woche ist schon wieder vorbei und wir haben ja auch schon seit 2 Wochen nicht mehr im Flieger gesessen.

London

Sind es die Ersparnisse beim Flug wert, 6 Stunden in Stansted zu sitzen? Außerdem ist es hier scheisse kalt. Und doof. Boah Europa ey.

Wien

Bitte was!? Was ist das? Ach deutsch, fand ich ja schon immer seltsam. Muss es auch noch so ein derber Dialekt sein? Könnt ihr nicht einfach alle die Klappe halten, ich leide hier! Bäääähhhh, Österreich, was läuft nur alles falsch bei dir? Ihr widert mich alle an!

Zuhause

Nein ich bin nicht froh „endlich“ wieder zuhause zu sein. Ach da ist ja gar niemand der mich das fragt. Oh oh oh, doch da ist jemand, die einzige die ich jetzt überhaupt sehen will. Das Lebewesen was ich das letzte Monat am meisten vermisst habe. Marley, mein süßes Baby, was bist du groß geworden. Aber es ist spät, Marley will schlafen. Ich setze mich in die Küche, rauche Kette, bemitleide mich, bin erschöpft. Depressionen für die kommenden Tage sind vorprogrammiert.

Nachwort

Alex fliegt irgendwohin, ganz egal wohin – außer München, und ist sofort dabei. Jetlag gibt es nie und angepasst habe ich mich auch in wenigen Minuten. Alex kommt zurück nachhause. Versteht die Welt nicht mehr. Kommt nicht klar. Braucht Tage, Wochen, nach New York zeitweise Monate, um wieder im gewohnten Trott atmen zu können.

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2 Comments

  • Reply Barbara 26. Juli 2017 at 5:56

    War sicher eine tolle Reise, denke es war auch teilweise anstrengend die vielen Kilometer und die Evakuierung wegen des Hurican.
    Die Fotos sind spitze👌

  • Reply Franz.adept 28. Juli 2017 at 10:32

    Wunderschöne Augen leuchten uns da entgegen, die überstrahlen ja fast die beeindruckenden pics!

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